Wind In His Hair – Earthwrecker

wihhearth

Nach einen, bei dieser Art von Musik, fast schon obligatorischen und von einem pfeifenden Gebirgswind begleiteten Folk-Intro (inkl. Gedichts-Sample) gibt es hier düsteren  und schleppenden HC-Sludge der sich als Neo-Crust mit Einflüssen aus Black Metal und Hardcorepunk versteht. Leider will das „Crust-Motorrad“ (oder sollte ich lieber Crust-Pony sagen) nicht richtig in die Gänge kommen und der Blast-Beat nicht explodieren. Den meist im Low- bis Mid-Tempo verweilenden Songs fehlt es, für meinen Geschmack, an Vielseitigkeit und Abwechslung, auch die Lead-Gitarre wirkt auf mich hier und dort sehr einfallslos und etwas verloren. Übergängen zwischen den einzelnen Parts sind oft beliebig und halbherzig gesetzt und auch der Gesang kann in mir leider keine „besondere Stimmung“ aufbauen. Dies wird auch nicht durch die kurze cleane Gesangspassage in „old light“ (meiner Meinung nach, der beste Song auf der Platte) wieder wettgemacht, da selbige dann doch irgendwie aufgesetzt und überzogen auf mich wirkt. Textlich werden die Punkte Earth-First, Anarcho-Primitivismus, Veganismus und Mutter Natur angeschnitten. Wie so oft bei diesen Themen, fehlt es den Texten aber an Tiefgang und (Selbst-)Reflexion. Außerdem frage ich mich, ob der von „Wind In His Hair“ angesprochene Support für autochthone Völker, hier nicht eher den Selbstzweck der Identifikation dient oder die Band wirklich aktiv und unterstützend mit indigenen Personen zusammenarbeiten? Aber das dürfen mir die Bandmitglieder gerne irgendwann (und bei Bedarf) persönlich verraten. Die Platte verspricht letztendlich mehr als sie halten kann und verschenkt an vielen Stellen das durchaus vorhandene Potenzial, wodurch WIHH  ihren Einflüssen (Fall Of Efrafa, Wolves In The Throne Room) leider nur zu einen Bruchteil gerecht werden. Beim nächsten Versuch bitte mehr Mühe geben und ruhig etwas Eigenständiges und Abwechslungsreicheres wagen.

Die Platte gibt es in drei unterschiedlichen Farbvarianten (Grau mit schwarz-weißen Spritzern, Weiß mit grauen Spritzern, schwarz). Ihr bekommt sie auf der Bandcampseite von Wind In His Hair oder beim Doomrock-Mailorder.

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